Angesichts des wachsenden Besucheraufkommens in Europas Metropolen entfaltet sich eine angeregte Debatte über Verantwortung und Lösungsansätze. Der Tourismus trägt wesentlich zur Attraktivität Europas bei. Städte wie Barcelona, Genua und Lissabon stehen jedoch zunehmend vor den Herausforderungen des Overtourism. Proteste von Anwohnerinnen und Anwohnern zeigen, wie dringlich Lösungen gegen Überfüllung gesucht werden. Im Mittelpunkt der Diskussion stehen zwei zentrale Akteure – der Ferienwohnungsvermittler Airbnb und die Hotelbranche – mit teils gegensätzlichen Ansätzen zur Problemlösung.
Airbnbs Sichtweise zum Overtourism
In einem aktuellen Bericht mit dem Titel „Overtourism in der EU“ erläutert Airbnb seine Position. Das Unternehmen betont, dass Hotels den Großteil der touristischen Übernachtungen ausmachen, während kurzfristige Vermietungen (STRs) lediglich einen kleineren Anteil haben. Airbnb argumentiert, dass STRs dazu beitragen können, Besucherströme besser zu verteilen und während Hauptreisezeiten flexiblere Unterkünfte bieten. Zudem verweist der Bericht auf Airlines und Kreuzfahrtschiffe als zentrale Treiber für das hohe Touristenaufkommen in historischen Stadtzentren. Airbnb ruft politische Entscheidungsträger dazu auf, umfassendere Strategien zur Besucherlenkung und zum Schutz stark frequentierter Orte zu entwickeln – anstatt den Fokus allein auf STRs zu legen.
Kritische Stimmen
Airbnbs Darstellung stößt jedoch auch auf Kritik. So äußert Debbie Hindle vom International Centre for Responsible Tourism die Vermutung, Airbnb wolle mit seiner Position von zunehmenden rechtlichen Problemen ablenken. Ein Beispiel: Spanien hat kürzlich die Löschung von 65.000 illegalen Airbnb-Angeboten angeordnet – mit Auswirkungen auf den Aktienkurs des Unternehmens. Marktanalyst Fabián González von Phocuswright fordert eine unabhängige Überprüfung von Airbnbs Zahlen, um eine sachliche und faire Debatte zu gewährleisten.
Die Perspektive der Hotelbranche
Die europäische Hotellerie fühlt sich in der Debatte zu Unrecht beschuldigt. Gabriel Escarrer, CEO von Meliá Hotels International, betont, dass das Wachstum von Hotels in Spanien in den letzten zehn Jahren vergleichsweise moderat war – im Gegensatz zu einem Anstieg von 135 % bei Ferienwohnungen, die oft weniger reguliert sind. Meliá setze auf ein verantwortungsvolles Tourismuskonzept mit hochwertigen Angeboten und Nachhaltigkeitsprogrammen. Auch Accor, eine weitere führende Hotelgruppe, hebt die positiven Effekte der Hotellerie für lokale Wirtschaft und Gemeinschaft hervor und plädiert für ausgewogene Lösungen.
Gemeinsam für nachhaltige Lösungen
Beide Seiten sind sich einig: Overtourism erfordert gemeinsames Handeln. Die Hotelbranche – vertreten durch Persönlichkeiten wie Escarrer, zugleich Vorsitzender des spanischen Tourismusthinktanks Exceltur – unterstützt Initiativen wie „Turismo Que Suma“. Diese öffentlich-private Partnerschaft verfolgt das Ziel, ein respektvolles und nachhaltiges Tourismusmodell zu fördern. Experten wie González betonen zudem die Notwendigkeit klarer Regelungen für STRs, um fairen Wettbewerb sicherzustellen und Anwohner zu schützen. Die Lösung der Overtourism-Problematik erfordert ein Miteinander von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Wir halten Sie weiterhin auf dem Laufenden über smarte Reiseansätze und nachhaltige Wege, unsere Lieblingsorte zu bewahren.
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Foto Quelle: Presentation Intelligence


