Eine Auswertung offizieller Daten durch inAtlas zeigt: Im vergangenen Jahr sank der Inlandstourismus um 800.000 Personen, während die Zahl internationaler Besucher um 1,94 Millionen anstieg. Für 2025 wird ein neuer Rekord von über 100 Millionen ausländischen Gästen erwartet – der Trend hält also an.
Diese Entwicklung stellt viele spanische Reisende vor Herausforderungen. Die 26-jährige Wendy Davila etwa musste ihre geplante Reise nach Cádiz absagen – die Preise seien schlichtweg „unverschämt“. Stattdessen entschied sie sich für einen Urlaub in der preiswerteren Stadt Burgos. Immer mehr Spanier richten ihre Ferienplanung nun nach dem Geldbeutel statt nach ihren Wunschzielen aus.
Der Tourismus ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in Spanien und trägt über 13 % zum Bruttoinlandsprodukt bei. Doch der Boom hat auch Schattenseiten: Wohnraummangel, steigende Lebenshaltungskosten und spürbarer Unmut in der Bevölkerung. Laut Mabrian stiegen die Hotelpreise in den letzten drei Jahren um 23 % auf durchschnittlich 136 Euro pro Nacht, während Ferienwohnungen an der Küste seit Mitte 2023 um 20,3 % teurer wurden.
Jose Maria Basanez, Präsident der Tecnitasa Group, betont, wie schwer es für Spanier geworden ist, bezahlbare Unterkünfte an der Küste zu finden. Gleichzeitig treiben ausländische Urlauber – die meist länger bleiben und mehr ausgeben – die Preise weiter nach oben. Spanische Reisende können sich im Vergleich oft nur halb so lange Aufenthalte und ein Viertel der Ausgaben leisten.
Diese wirtschaftliche Schieflage verändert das Reiseverhalten im Land deutlich. Allein 2024 unternahmen Spanier rund 400.000 weniger Städtereisen, während die Zahl internationaler Besuche um fast drei Millionen stieg.
Die spanische Regierung reagiert auf diese Entwicklung mit der Förderung des Inlandstourismus. Ziel ist es, die beliebten Küstenregionen zu entlasten und neue touristische Ziele im Landesinneren zu erschließen. Tourismusminister Jordi Hereu unterstreicht die Bedeutung einer besseren Verteilung des Tourismus, um Spaniens Spitzenplatz im weltweiten Tourismus zu sichern.
Diese Strategie zeigt bereits erste Erfolge: Immer mehr Spanier entscheiden sich für Ferien im Landesinneren und nutzen Plattformen wie Airbnb statt klassischer Hotels. 2024 verzeichneten diese Regionen 1,7 Millionen zusätzliche einheimische Besucher – darunter auch Orte wie das Bergstädtchen El Bosque, das einen Zuwachs von 22 % bei inländischen Touristen meldete.
Ein wesentlicher Treiber dieses Wandels bleibt die geringere Kaufkraft der Einheimischen im Vergleich zu britischen oder deutschen Gästen. Für manche, wie die Krankenschwester Maria de la Jara, ist die Lösung, den Trubel ganz zu meiden: Sie bleibt diesen Sommer in Madrid und plant einen Besuch bei ihrer Familie in Cádiz erst nach der Hauptsaison.
Angesichts dieser sich wandelnden Reisetrends rückt nachhaltiger und sozial ausgewogener Tourismus zunehmend in den Fokus – zum Wohle der einheimischen Bevölkerung und internationaler Gäste gleichermaßen.
Bleiben Sie dran für weitere Updates in unseren Blogs, um über die Hotelbranche informiert zu bleiben.
Foto Quelle: Image Credit Unsplash


